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Kreisauskunftsbüro

Wichtige Komponente im Hintergrund

Das Kreisauskunftsbüro hält den Einsatzkräften bei Großschadensfällen den Rücken frei.

Sabine Schilke bespricht mit ihrem Amtsvorgänger Gerhard Liemer

Eine Einrichtung des DRK, die meist eher im Hintergrund steht, die aber vor allem bei Großschadensfällen wichtige Funktionen zu erfüllen hat, ist das Kreisauskunftsbüro (KAB). Auch im Kreisverband Ludwigsburg ist diese Einrichtung seit vielen Jahren vorhanden. Leiterin ist derzeit Sabine Schilke. Sie arbeitet mit einem Team aus etwa 15 Helferinnen und Helfern zusammen, die im Einsatz zunächst den Aufbau des Büros bewerkstelligen müssen und danach vor allem für die exakte Registratur von Betroffenen zuständig sind.  Sabine Schilke schildert die Eigenschaften, die für die Mitarbeiter von Vorteil sind: "Psychische Stabilität und Belastbarkeit sollte ausreichend vorhanden sein, denn zum einen kann die Arbeit ganz schön stressig werden, wenn viele Betroffene zu registrieren sind und dazu viele Anfragen von besorgten Angehörigen zu bearbeiten sind. Aber auch die Konfrontation mit dem Schicksal der Betroffenen , der oftmals direkte Kontakt mit Angehörigen, die verzweifelt auf der Suche nach ihren Lieben sind, muss verkraftet werden." Weiterhin nennt Sabine Schilke die persönliche Bereitschaft, sich aktiv in die Arbeit des KAB einzubringen. Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind ebenso nötig wie gute Lese- und Rechtschreibkenntnisse von Vorteil sind und EDV-Kenntnisse die Arbeit erleichtern. Sie sieht es auch als nützlich an, dass einige Mitglieder ihrer Mannschaft auch Fremdsprachenkenntnisse vorweisen können.

2b-Die Mitarbeiter des Kreisauskunftsbüro

„Wir sind auch die geeignete Truppe für Menschen, die zwar gerne im DRK mitarbeiten möchten, aber nicht unbedingt direkt mit Verletzten zu tun haben wollen, die eventuell kein Blut sehen können“ wirbt die Leiterin um weitere Mitstreiter, von denen sie nie genug haben kann. Zwar kommt es relativ selten zu echten Einsätzen, aber wenn das KAB alarmiert wird, geht es in der Regel um große Schadensfälle. Im Vordergrund stehen dabei natürlich Großunfälle mit vielen betroffenen Personen aber auch bei Einsätzen wie der Evakuierung ganze Stadtteile zum Beispiel wie wie jüngst in Frankfurt bei der Entschärfung von Bomben  und neuerdings auch bei Terroranschlägen sind denkbar, ebenso wie die KABs beim Flüchtlingsansturm zum Einsatz kamen. Flexibel müssen die Auskunftsbüros sein, die übrigens nichts mit dem DRK-Suchdienst zu tun haben.

Einmal pro Monat trifft sich die Truppe in Ditzingen zu ihrem Dienstabend. Dann stehen Übungen auf dem Programm, wie möglichst effizient das Netzwerk an diversen Orten aufgebaut werden kann,  man übt mit der Datensoftware vom Typ Xenios, lernt und bildet sich fort wie man Betroffenen und Helfer erfasst, welche Parameter dafür unabdingbar sind, und wie man die gesammelten Daten auswertet. Ziel ist immer eine möglichst vollständige Erfassung aller Beteiligten und irehn Verbleib. Hier kommt dem KAB meist eine zentrale Rolle zu, denn es gilt bei allen Schadensfällen, möglichst rasch einen genauen Überblick zu erhalten. Deshalb werden auch bei bestimmten Lagen die KAB’s mit den Zentralen der Polizei vernetzt und die vorhandenen Daten abgeglichen. Wie man auch für andere Einsatzgebiete weiß, ist am Beginn jedes Großeinsatzes das unvermeidliche Chaos möglichst schnell zu ordnen. Das KAB ist Anlaufpunkt von der Seite der Einsatzkräfte, wohin jede betroffene Person und ihr Verbleib (Klinik, Verbandsplatz, Sammelplatz, Entlassungetc.)  gemeldet werden sollte. Für alle Anfragen ist es ebenfalls zuständig, auch um zu vermeiden, dass Angehörige ziellos an Einsatzstellen herumirren, die Einsatzkräfte behindern oder sich gar selbst in Gefahr bringen. Man weiß aber, dass diese Sammelfunktion nur gegebene sein kann, wenn das KAB auch tatsächlich zuverlässig die Institution ist, bei der die Suchenden  Auskunft bekommen wenn sie ihren Suchantrag dort stellen.

Laptop und Kugelschreiber bestimmen gleichermaßen die Arbeit

Interessant ist dabei, dass im Einsatzfall, trotz moderner EDV in erster Linie mit einer Handkartei gearbeitet wird. Dies unter anderem auch deshalb, weil meist zunächst das EDV-Netzwerk errichtet werden muss, während schon erste Meldungen eingehen und verarbeitet werden müssen, zum anderen auch deshalb, weil die Stromversorgung nicht immer gesichert ist, ohne die die EDV nicht funktioniert.

Regelmäßig einmal im Jahr übt das KAB auch mit der Notfallseelsorge, die unter Umständen auch die Mitarbeiter unterstützt, gerade wenn aufgeregte Angehörige zu betreuen und zu beruhigen sind. Eine Auskunft, und darüber werden die meisten Mitarbeiter sehr froh sein, muss das KAB nicht erteilen. Todesnachrichten werden grundsätzlich von der Polizei überbracht, so dass diese heikle Aufgabe bewusst aus dem Spektrum der Tätigkeiten herausfällt.

Das Ludwigsburger KAB bildet zusammen mit dem Stuttgarter auch das vom Land initiierte Überregionale Kreisauskunftsbüro, das bei landesweit relevanten Einsätzen aufgeboten wird. Auch bei eventuell eingerichteten Hotlines im Schadensfall kommen speziell geschulte Mitarbeiter der KABs zum Einsatz . Da die Gefahrenlagen zum Teil immer komplexer werden, muss auch das KAB sich weiter entwickeln. Im Landkreis ist man inzwischen mobil und kann mit einem Fahrzeug, in dem man in Eigenregie drei Computerarbeitsplätze eingerichtet hat, direkt ausrücken. Sabine Schilke macht nochmals darauf aufmerksam, dass ihr weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr willkommen sind, gerne kann man sich bei ihr über den OV Ditzingen melden.